AJAX ohne ActiveX: Ist irgendetwas passiert?

Posted by Olaf Bergmann Wed, 25 Jan 2006 17:40:00 GMT

Gerade noch wurden die Autoren des AJAX-Buchs geschmäht, weil sie ein Grundlagenwerk verfaßt haben, das auch über die rasante Entwicklung neuer Technologien hinaus bestehen soll (ob das wirklich so ist, wird sich natürlich erst mit der Zeit zeigen), da kündet die Software-Schmiede in Redmond von einer wesentlichen Vereinfachung für Entwickler von Anwendungen mit AJAX-Funktionalität. Wie kurze Zeit später auch in allen deutschsprachigen IT-Newstickern, Blogs und Foren zu lesen, wird der Internet Explorer ab Version 7 über ein natives XMLHttpRequest-Objekt verfügen. Das ist insofern nützlich, da AJAX-basierte Anwendungen nunmehr ohne das Einschalten von ActiveX im Internet Explorer auskommen könnten – wenn da nicht die große Nutzerbasis der früheren Versionen wäre. Wie auch das Code-Fragment im MSDN-Blog zeigt (s. o.), wird die Entwicklergemeinde auch in Zukunft nicht ohne Feature-Sniffing auskommen. Profitieren werden von dieser Entwicklung in erste Linie die Nutzer, die über einen Browser mit moderneren Eigenschaften verfügen werden und ein kleines Stück Sicherheit gewinnen, wenn sie ActiveX wieder deaktivieren.

Wer heute also behauptet, die (Quasi-)Standardisierung von AJAX-Technologien sei in dem letzten halben Jahr vorangeschritten, der übersieht eine wesentliche Anforderung, die das Web 2.0 mit sich bringt: Usability. Wie schon zu Zeiten von HTML 3.2 interessieren sich Nutzer überhaupt nicht dafür, welchen tollen Eigenschaften die unterliegenden Technologien mit sich bringen – sie möchten vor allem eine funktionierende Anwendung, die ihr Problem löst. Trotz aller Euphorie über neue AJAX-Frameworks und neue Features in manchen Browsern bleibt es also dabei, daß Web-Entwickler vor allem verstehen müssen, was in ihrer Anwendung passiert. Das Wasser, mit dem dabei gekocht wird, hat sich in dem letzten halben Jahr aber nicht geändert.

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